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Für Heimatsprache gibt es keinen Ersatz!

21. Februar 2019

Untersuchung zur Sprachkompetenz Münchner Schüler durchführen

Zum Internationalen Tag der Muttersprache fordert die BAYERNPARTEI Stadtratsfraktion eine
Untersuchung zu den Bairisch-Kenntnissen von Münchner Grundschülern.
Seit 2009 steht Bairisch auf der UNESCO Liste der vom Aussterben bedrohten Sprachen

– und seitdem hat sich die Situation noch dramatisch verschlechtert, insbesondere bei der jungen
Generation in München gibt es kaum noch Mundart-Sprecher.

„In Münchner Kindergärten und Schulen wurde Jahrzehnte lang Raubbau an unserer kulturellen Identität
betrieben, indem Kindern das Bairisch-Sprechen verboten wurde. Dies rächt sich jetzt im Verlust
unserer Sprache“, sagt Richard Progl, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der BAYERNPARTEI
Stadtratsfraktion.

“Wenn dieses wertvolle Erbe überhaupt noch zu retten ist, muss sofort gehandelt
werden.“

Selbst das städtische Referat für Bildung und Sport gibt zu, dass beim Thema Spracherziehung große
Fehler gemacht wurden: „Besonders der nachwachsenden Generation sollte der Dialekt als besonderer
Schatz ihrer Identität dargestellt werden. Leider wurde dies gerade in den vergangenen Jahrzehnten
nicht immer so gesehen. Angehenden Erzieherinnen und Erziehern wurde schon in der Fachakademie
geraten, ihren Dialekt im beruflichen Umfeld abzulegen und bayerisch sprechende Kinder wurden
verbessert, was eine Nicht – Wertschätzung ihrer Familiensprache darstellte.“

Sprache ist nie nur ein Kommunikationsmittel, sondern wesentliches kulturelles Erbe einer Sprachgemeinschaft
und ein Mittel zum Ausdruck von Identität. Mit dem Verlust einer Sprache und ihrer mundartlichen
Varietäten verliert eine Region Kultur, Eigenart und Charakter, wird oberflächlich, unattraktiv
und austauschbar. Der Zugang zu bairischer Literatur von großen Autoren wie Oskar Maria Graf, Lena
Christ und vielen anderen geht verloren.

Hier muss gerade in einer Großstadt wie München dringend
dagegen angekämpft werden, um kommenden Generationen nicht nur die symbolischen Flügel der
Weltoffenheit bieten zu können, sondern auch die Wurzeln kultureller Identität und Heimat.